DIY Seifen sieden

Im Herbst hätte ich einen Seifen-Siede-Workshop besucht, aber leider wurde der wegen sehr ärgerlichen Gründen abgesagt. Nach kurzer Überlegung fassten mein Dad, meine Schwester und ich den Entschluss, uns selbst darüber zu informieren.
Über Foren/Blogs/Youtube und diverse andere Sachen gibt es genug Infos, dass wir es uns schließlich zutrauten, das ganze mal zu versuchen.

Wichtig ist, dass man versteht, dass man Seifen ohne Vorkenntnisse nicht einfach spontan und ohne Vorbereitung machen kann. Es gibt durchaus Schritte bei denen man wirklich vorsichtig vorgehen muss und absolut nichts falsch machen darf.

Eines Samstags trafen wir uns also und starteten das Projekt!

Meine Tipp: Bereitet und wiegt euch alles schon mal ab und stellt es bereit, damit ihr dann wenn es ans Eingemachte geht, keinen Stress habt und nichts vergesst.

Schritt 1 Natronlauge herstellen
Hier ist die Schutzkleidung ganz wichtig – sogar ich habe sie hier getragen 😉
Man kann sich mit einem Seifenrechner genau berechnen, wieviel Lauge man für sein Rezept braucht. Hier kann man auch die Überfettung etc. eingeben.
Man hat also das destillierte Wasser und die Natriumhydroxid-Perlen (NaOH).

GANZ WICHTIG – man lässt die Perlen in das Wasser rieseln – wirklich rieseln und IMMER die Perlen in das Wasser – nie umgekehrt! Immer schön langsam umrühren und das entweder beim Fenster oder ganz draußen machen – man sollte den Dampf nie einatmen!

Wenn alles aufgelöst ist, lässt man die erhitzte Lauge (nur durch die chemische Reaktion heiß) abkühlen.

Schritt 2 Fette/Öle verflüssigen
Man erwärmt die festen Fette in einem Topf und vermischt sie mit den flüssigen Fetten/Ölen.
Hier ist es wichtig, dass man das Gemisch nicht zu heiß macht, da es erstens für die Öle oft nicht gut ist und man die Fette/Öle mit der Lauge bei Zimmertemperatur vermischen muss und beides dann langwierig abkühlen muss.

Schritt 3 Seifenleim herstellen
Nun kommt auch ein heikler Arbeitsschritt – irgendwie ist alles auf seine Weise heikel :D.
Wenn die geschmolzenen Fette und die Lauge handwarm sind kann man beides vermischen.
Hier bitte wieder Handschuhe etc tragen! Die Lauge langsam in die Öle gießen und sofort mit dem Mixstab vermischen.
Hier kann man schlecht sagen wie lange, manche Öle & Fette werden sehr schnell fest, hier darf man sich nicht zu lange Zeit lassen, bei anderen kann man ruhig länger mixen. Wichtig ist, die Konsistenz soll Puddingartig sein – der sogenannte Seifenleim eben.
Wenn man noch Duftstoffe/Farbstoffe etc reingeben will – jetzt ist der Zeitpunkt. Aber Achtung – Duftstoffe lassen den Seifenleim viel schneller dick werden, was ihn schwer gießbar macht.

Schritt 4 Seifenleim abfüllen und verseifen lassen
Den fertigen Seifenleim ziemlich zügig in die vorbereitete Form füllen und für mind. 24h warm halten. Wir haben die Formen in Decken/Handtücher gepackt. Jetzt findet die Verseifung statt.

Schritt 5 Seife schneiden und ruhen lassen
Nach 1-3 Tagen (bei mir waren es 3 Tage) kann man die Seife aus der Form geben und in Stücke schneiden. Sollte sich die Seife nicht lösen – einfach ein paar Stunden in den Tiefkühler, dann sollte sich die Seife aus dem Behälter lösen.
Die geschnittene Seife am besten an einem dunklen, kühlen und luftigen Ort mindestens 4-6 Wochen ruhen lassen. Die Ruhephase ist sehr wichtig, da sich in dieser Phase der PH-Wert sinkt und hautfreundlich wird.

Schritt 6 Lagerung
Seifen bitte nicht in Aluminium oder luftdicht lagern. Seifen brauchen einen luftigen Aufbewahrungsort.

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